Ochsentur

tl_files/haupttemplate/content/Ochse.gifDie Suche nach dem Ochsen
Auf der Weide dieser Welt teile ich endlos das hohe Gras auf der Suche nach dem Ochsen. Ich folge namenlosen Flüssen, verliere mich auf verschlungenen Pfaden ferner Berge; meine Kräfte gehen zu Ende und meine Energie ist erschöpft, ich kann den Ochsen nicht finden. Ich höre nur die Zikaden zirpen im nächtlichen Wald.

Das entdecken der Fußstapfen
Am Flussufer, unter den Bäumen, entdecke ich die Fußstapfen! Sogar unter dem duftenden Gras sehe ich seine Spuren. Tief in entlegenen Bergen sind sie zu finden. Diese Fährte kann nicht besser versteckt sein als die eigene Nase, wenn man gen Himmel schaut.

Das wahrnehmen des Ochsen
Ich höre den Gesang der Nachtigall. Die Sonne ist warm, der Wind ist mild, die Weiden am Ufer sind grün. Hier kann sich kein Ochse verstecken! Welcher Künstler vermag dieses schwere Haupt, diese herrlichen Hörner zu malen?

Das einfangen des Ochsen
Ich bezwinge ihn in einem schrecklichen Kampf. Sein großer Wille und seine kraft sind unerschöpflich. Er stürmt auf das hohe Plateau weit über den Wolkennebeln, oder er steht in einer unzugänglichen Schlucht.

Das zähmen des Ochsen
Peitsche und Strick sind nötig, sonst läuft er weg, eine staubige Straße hinab. Ist er gut erzogen, so wird er auf ganz natürliche Weise sanft. Und dann gehorcht er seinem Meister uneingeschränkt.

Das Heimreiten auf dem Ochsen
Ich besteige den Ochsen und reite langsam nach Hause zurück. Die Stimme meiner Flöte klingt durch den Abend. Ich dirigiere den endlosen Rhythmus, indem ich mit Schlägen der Hand die pulsierende Harmonie abmesse. Braucht der noch Worte, der den Sinn versteht?

Der Ochse verschwindet
Rittlings auf dem Ochsen erreiche ich mein Heim. Ich bin heiter. Es gibt keinen Ochsen mehr. Die Dämmerung ist hereingebrochen. In glückseliger Ruhe habe ich in meiner strohgedeckten Hütte Peitsche und Seil zurückgelassen.

Ochse und Selbst verschwinden
Peitsche, Seil, Mensch und Ochse – alle verschmelzen zu Nichts. Dieser Himmel ist so unermeßlich, daß keine Botschaft ihn beflecken kann. Wie könnte eine Schneeflocke im wütenden Feuer bestehen? Hier sind die Fußstapfen der Patriarchen.

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Adler

tl_files/haupttemplate/content/adler.jpgEin Mensch ging auf dem Lande spazieren.
Eines Tages kam er an einem Bauernhof vorbei und sah einen jungen Adler inmitten der Hühner.
Mit Erlaubnis des Bauern und nachdem er das Vertrauen des Adlers gewonnen hatte, nahm er diesen auf den Arm, zeigte ihm den weiten Horizont und flüsterte diesem ins Ohr: "Du bist ein Adler. Ein König der Lüfte. Du kannst fliegen", und versuchte ihn in die Luft zu schleudern. Doch der junge Adler hielt sich fest, sah runter zu den Hühnern und sprang zu ihnen.

Einige Zeit später, beim zweiten Versuch vom Scheunendach, kam sich der Adler schon viel größer vor im Vergleich mit den kleinen Hühnern dort so weit unten. Die Flügel zuckten immerhin, doch auch diesmal hielt er sich nach den 3 Sätzen fest.

Beim dritten Versuch ging der Mensch mit dem Adler ins Gebirge. Und als der Adler die Luft unter seinen Flügeln spürte, schwang er sich von allein in die unendliche Weite seines Reiches noch bevor der Mensch die drei Sätze zu Ende gesprochen hatte. In Kreisen flog er immer höher, und segelte dann in die Ferne davon.

Ob er jemals zu den Hühnern zurückgekehrt ist?
Ich weiß es nicht ... doch glaube ich, dass er bei einem Besuch nicht lange geblieben ist.

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Die drei Siebe des Weisen

Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte:
"Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen!"
"Halte ein!" unterbricht ihn der Weise, "hast du das,
was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?"
"Drei Siebe?", fragte der andere voller Verwunderung.
"Ja, guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst,
durch die drei Siebe hindurchgeht:
Das erste ist die Wahrheit.
Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?"
"Nein, ich hörte es erzählen und..." "So, so! Aber sicher hast du
es im zweiten Sieb geprüft.
Es ist das Sieb der Güte.
Ist das, was du mir erzählen willst gut?"
Zögernd sagte der andere:
"Nein, im Gegenteil..."
"Hm", unterbrach ihn der Weise, "so lasst uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?"
"Notwendig gerade nicht...?
"Also", sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit."

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Das Märchen der Märchen

tl_files/haupttemplate/content/wasser.jpgWir stehen am Wasser,
die Platane und ich.
Im Wasser unser Spiegelbild,
die Platane und ich.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich.
Wir stehen am Wasser,
die Platane und ich und die Katze.
Im Wasser unser Spiegelbild,
die Platane und ich und die Katze.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich und die Katze.
Wir stehen am Wasser,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne.
Im Wasser unser Spiegelbild,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich und die Katze und die Sonne.
Wir stehen am Wasser,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne und unser Leben.
Im Wasser unser Spiegelbild,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne und unser Leben.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich und die Katze und die Sonne und unser Leben.
Wir stehen am Wasser.
Zuerst wird die Katze vergehen,
ihr Spiegelbild erlischt im Wasser.
Dann werde ich vergehen,
mein Spiegelbild erlischt im Wasser.
Dann wird die Platane vergehen,
ihr Spiegelbild erlischt im Wasser.
Dann wird das Wasser vergehen.
Die Sonne wird bleiben,
dann vergeht auch sie.
Wir stehen am Wasser,
die Platane und ich und die Katze und die Sonne und unser Leben.
Das Wasser ist kuehl,
die Platane ist hoch,
ich schreibe Gedichte,
die Katze schlaeft,
die Sonne waermt uns -
gottlob, wir leben.
Das Licht des Wassers erleuchtet uns,
die Platane und mich und die Katze und die Sonne und unser Leben.

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Acht Kühe für Johnny Lingos Frau

Richard Clark

tl_files/haupttemplate/content/sax.jpgAls ich nach Kiniwata segelte, nahm ich einen Notizblock mit, und als ich zurückkam, war er vollgeschrieben mit Aufzeichnungen über Fauna und Flora, über die Bekleidungen der Eingeborenen und über ihre Sitten und Gebräuche. Aber die einzige Aufzeichnung, die mich noch immer interessiert, ist die, die besagt: "Johnny Lingo gab Saritas Vater acht Kühe". Und ich muß diese Notiz nicht einmal geschrieben vor mir sehen; ich denke immer an sie, wenn ich einen Mann sehe, der von seiner Frau herabgewürdigt wird, oder eine Frau, eingeschüchtert durch die Verachtung ihres Mannes. Dann drängt es mich, ihnen zu sagen: "Ihr solltet wissen, warum Johnny Lingo acht Kühe für seine Frau bezahlte."

Johnny Lingo war nicht sein wirklicher Name. Es war Shenkin, der Besitzer des Hotels auf Kiniwata, der ihn so nannte. Shenkin kam aus Chikago und amerikanisierte aus irgendwelchen Gründen die Namen der Inselbewohner. Johnny jedoch wurde von vielen Leuten immer wieder in allen möglichen Zusammenhängen erwähnt. Wenn ich ein paar Tage auf der Nachbarinsel Nurabandi verbringen wollte, so könnte Johnny mich unterbringen. Wenn ich fischen wollte, so könnte Johnny mir zeigen, wo die besten Stellen im Meer seien. Wenn ich Perlen suchte, so würde er mir sicherlich die besten und preiswertesten beschaffen. Die Leute von Kiniwata sprachen alle mit Hochachtung von Johnny Lingo. Jedoch, sie lächelten, wenn sie über ihn sprachen und dieses Lächeln war immer ein wenig spöttisch.

"Du mußt nur Johhny Lingo fragen, wenn du etwas brauchst, und laß ihn für dich den Handel machen," riet mir Shenkin, "Johnny weiß zu verhandeln".

"Johnny Lingo!" Ein Junge, der daneben saß, rief den Namen aus und schüttelte sich dabei vor Lachen.
"Was geht da vor sich?" fragte ich. "Ihr alle ratet mir, mich unbedingt an Johnny Lingo zu wenden, und dann fangt ihr an zu lachen. Kann mich jemand in diesen Spaß einweihen?"
"Oh, die Leute lachen eben gern," sagte Shenkin schulterzuckend. "Johnny ist der gescheiteste und der stärkste junge Mann auf diesen Inseln, und der reichste in seinem Alter."
"Aber, wenn er all das ist, was gibt es denn da zu lachen?"
"Nur eines. Es war vor fünf Monaten, an unserem Herbstfest, als Johnny Lingo nach Kiniwata kam, um sich eine Frau zu nehmen. Er bezahlte ihrem Vater acht Kühe."

Ich wusste genug über die Gebräuche auf den Inseln, um beeindruckt zu sein. Für zwei oder drei Kühe bekam man eine ziemlich gute Frau und für vier oder fünf eine sehr beachtliche.
"Mein Gott!", sagte ich. "Acht Kühe! Sie muß eine atemberaubende Schönheit sein."
"Sie ist nicht hässlich," räumte er ein und lächelte ein wenig, "Aber selbst der wohlwollendste könnte Sarita allenfalls als durchschnittlich bezeichnen. Sam Karoo, ihr Vater, mußte schon befürchten, daß sie immer bei ihm bleiben würde."
"Acht Kühe für sie, ist das nicht ziemlich außergewöhnlich?"
"Das ist noch nie von irgendjemandem bezahlt worden."
"Und du sagst, Johnnys Frau ist nicht mehr als durchschnittlich?"

"Ich sagte, es wäre wohlwollend, sie durchschnittlich zu nennen. Sie war dünn. Sie ging mit hängenden Schultern und hängendem Kopf. Sie fürchtete sich vor ihrem eigenem Schatten."
"Nun," sagte ich, "die Liebe hat wohl keinen festen Preis."
"Richtig," sagte der Mann zustimmend. "Und genau deshalb grinsen die Leute aus dem Dorf, wenn sie über Johnny Lingo reden. Es gibt ihnen so etwas wie eine ganz bestimmte Befriedigung, zu denken, daß der gescheiteste Händler der Inseln von dem alten einfältigen Sam Karoo übertölpelt wurde."
"Aber wie konnte das geschehen?"
"Niemand weiß es, und alle fragen sich. All seine Vettern rieten Sam, zuerst drei Kühe zu verlangen, dann eine Weile bei zweien zu verharren und sich schließlich mit einer Kuh zufrieden zu geben. Dann kam Johnny zu Sam Karoo und sagte: ,Vater der Sarita, ich biete dir acht Kühe für deine Tochter.‘"

"Acht Kühe," murmelte ich. "Diesen Johnny Lingo möchte ich kennenlernen."

Ich brauchte Fisch und ich wollte Perlen kaufen, also landete ich am nächsten Nachmittag mit meinem Boot auf Nurabandi. Und als ich nach dem Weg zu Johnnys Haus fragte, bemerkte ich, daß sein Name kein heimliches Lächeln auf die Lippen der Einwohner von Nurabandi brachte. Und als ich dann den schlanken, ernsten jungen Mann sah. als er mich mit großer Höflichkeit begrüßte und in seinem Haus willkommen hieß, war ich erleichtert, daß seine eigenen Leute ihm mit ungeteiltem Respekt begegneten. Wir saßen in seinem Haus und sprachen. Dann fragte er. "Sie kommen von Kiniwata?"
"Ja."
"Spricht man über mich auf jener Insel?"
"Man sagt, daß es nichts gibt, was Sie nicht besorgen könnten."
Er lächelte sanft. "Meine Frau kommt von Kiniwata."
"Ja, ich weiß."
"Spricht man über sie?"
"Ein wenig."
"Was sagt man?"
"Nun, nur ..." Die Frage brachte mich etwas aus dem Gleichgewicht. "man hat mir gesagt, daß Sie am letzten Herbstfest geheiratet haben."
"Sonst nichts?" Sein Gesicht zeigte mir, daß er wußte, daß da noch mehr sein mußte.
"Man sagt, daß der Brautpreis acht Kühe betragen hat." Ich hielt inne. "Und man fragt sich, warum."

"Das fragt man sich?" Seine Augen leuchteten vor Freude. "Alle in Kiniwata wissen von den acht Kühen?"

Ich nickte.

"Und alle in Nurabandi wissen es auch." Seine Brust weitete sich vor Genugtuung. "Für alle Zeiten, wenn man über Brautpreise spricht, wird man sich erinnern, daß Johnny Lingo acht Kühe für Sarita bezahlt hat."

Das ist also die Antwort, dachte ich: schlichte Eitelkeit.

Und dann sah ich sie. Ich sah, wie sie ins Zimmer trat und Blumen auf den Tisch stellte. Sie blieb einen Moment lang stehen und lächelte dem jungen Mann neben mir zu. Dann ging sie schnell wieder hinaus. Sie war die schönste Frau, die ich je gesehen hatte. Die Bewegungen ihrer Schultern, die Haltung ihres Kopfes, das Leuchten in ihren Augen, alles verriet Stolz, den man ihr nicht versagen konnte.

Ich wandte mich wieder zu Johnny Lingo und bemerkte, daß er mich beobachtet hatte.
"Sie bewundern sie?" murmelte er.
"Sie ... sie ist wunderbar. Aber sie ist nicht Sarita aus Kiniwata," sagte ich.
"Es gibt nur eine Sarita. Vielleicht sieht sie nicht mehr aus wie in Kiniwata."
"Nein. Ich hörte, sie sei unscheinbar. Alle machen sich darüber lustig, daß Sie sich von Sam Karoo übervorteilen ließen."
"Denken Sie, acht Kühe waren zu viel?" Ein Lächeln war auf seinen Lippen.
"Nein, aber wie ist es möglich, daß sie so verändert ist?"

"Haben Sie je darüber nachgedacht," fragte er, "was es für eine Frau bedeutet, zu wissen, daß ihr Mann den tiefsten Preis für sie ausgehandelt hat? Und dann später, wenn die Frauen gegenseitig darüber reden und prahlen, wieviel ihr Mann bezahlt hat. Die eine sagt vier Kühe, die andere vielleicht sechs. Wie fühlt sich dann die Frau, die für eine oder zwei gekauft wurde? Dies kann meiner Sarita nicht passieren."

"Dann haben Sie es getan, um Ihre Frau glücklich zu machen?"

"Ich wollte, daß Sarita glücklich ist. Aber ich wollte mehr. Sie sagten, sie sei verändert. Das ist richtig. Vieles kann sich in einer Frau ändern. Dinge, die in ihrem inneren vor sich gehen und solche, die äußerlich geschehen. Aber was wirklich zählt, ist, was sie über sich selbst denkt. In Kiniwata hat Sarita gedacht, sie habe überhaupt keinen Wert. Hier weiß sie, daß sie mehr wert ist als jede andere.

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Der Wassertropfen

tl_files/haupttemplate/content/schlucht.jpgEin Wassertropfen spritzte aus der Tiefe einer Quelle in das Wasser eines Rinnsales, das Rinnsal mündet in einen Bach, der Bach mündet in einen Fluß und der Fluß in ein Meer und als Meer in einen Ozean. Der Wassertropfen weiß noch nicht von seinem Ziel, er weiß nur wieviele andere Millionen Wassertropfen das ihr Weg der gleiche , wenn auch nicht derselbe sein wird. Das verbindet und unterscheidet ihn von den anderen mitschwimmenden Tropfen. Eines Tages fragt sich der Wassertropfen, wofür er nütze und wann er das Ziel seines Nutzens erreicht hat.
Er stellt die Frage einer im Fluß schwimmende Forelle. Die gibt ihm zur Antwort, am Ziel bist Du, wenn Du kein Wassertropfen mehr bist. Er fragt weiter, wann wird das sein, darauf die Forelle, das wirst Du spüren, stärker noch als das Salz im Wasser des Ozeans. Es wird dich befreien und gleichzeitig wirst Du nicht mehr Du sein. Was werde ich dann sein, fragt er. Sie antwortet ihm, du wirst dann eine Wolke werden, wenn viele wie Du eine Wolke werden wollen oder aber du wirst zu Eis, wenn auch viele wie du zu Eis werden wollen. Darauf der kleine Wassertropfen, woran erkenne ich ob die anderen auch wollen, was ich will. Mhm sagt die Forelle, das wirst Du dann merken, wenn es soweit ist, bis dahin mache Dir aber keine weiteren Gedanken. Sie sagt ihm ".. laß es einfach fließen den Berg hinunter, laß es fließen durchs Tal, Gott hat uns diesen Weg gegeben, sicher tut er es nicht nochmal.". Da schwamm der Wassertropfen durchs Tal und dachte, wer ist Gott, wo finde ich ihn...
Ist nicht jeder Wassertropfen ein Gott?

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Als Gott die Welt erschuf

tl_files/haupttemplate/content/herz.jpgEs war vor langer Zeit, als Gott das Universum schuf.
Er schuf die Sonne und den Mond und unseren Planeten,
er schuf die Meere und die Berge auf diesem Planeten,
die Pflanzen, die Tiere und den Menschen.
Als er alles erschaffen hatte, gab es nur noch eines, was
auf dieser Welt fehlte - die Wahrheit.
Und Gott überlegte sich sehr genau, wohin er die Wahrheit
tun sollte, denn die Menschen sollten sich anstrengen müssen, sie zu finden. Sollte er sie auf einen fremden Stern packen oder in kleine Stücke über alle Weltmeere verteilen?
Aber all dies schien ihm keine gute Idee.
Schließlich kam ihm die zündende Idee und... er packte
die Wahrheit in das Herz eines jeden Menschen.

Was bedeutet das für uns?
Gibt es die objektive Wahrheit oder ist es nicht vielmehr so
dass jeder die Wahrheit in sich finden muss.

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Zwei Engel

tl_files/haupttemplate/content/raffael-engel.jpgZwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.
Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den
Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen.
Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können? "Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend. Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben."
"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel. "Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen
wollte, versiegelte ich die Wand, sodass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist...

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Das Märchen vom reichen Hasen "Tuessofort"

tl_files/haupttemplate/content/hase.jpgVor langer, langer Zeit als die Tiere noch sprechen konnten, gab es einmal den jungen Hasen, den nannten alle "Tuesnachher", der so gern erfolgreich sein wollte.
Tuesnachher träumte jeden Tag, wie es sein würde, wenn er reich wäre. Er machte Pläne, was er tun werde, wenn erfolgreich sein würde. Doch alle seine Ziele blieben unerreichbar. Immer wieder träumte und plante er.

 Tuesnachher erzählte jedem, wie er erfolgreich sein würde, wie seine Träume war werden würden. Und jedesmal, wenn er seinen Freunden von seinen Plänen erzählte, kam
irgendetwas dazwischen. Wenn seine Mutter sagte, er möge sein Zimmer aufräumen, so sagte er immer: "Ja, ich mach es nachher". Dann ging er zu seinen Freunden, spielte mit Ihnen, trank Karottenschnaps und erzählte allen, wie erfolgreich er sein könnte. So hielt er es mit vielen Dingen.

Als wieder einmal einer der großen Träume des kleinen Tuesnachher, die er geplant hatte und er schon allen seinen Freunden bei einer Runden Karottenschnaps erzählt hatte, wie erfolgreich er sein wird, geplatzt war, lief er vollkommen verzweifelt in den Wald. Er setzte sich unter einen Baum und weinte bitterlich. "Ach, die Welt ist so ungerecht. Ich kann planen wie ich will, alles funktioniert nicht. Es ist alles so traurig und gemein. Alle sind gegen mich." Und so wehklagte und weinte er und vollkommen verzweifelt schlief er ein. Mitten in der Nacht erwachte er. Dunkel und finster war es. Über ihm auf einem Ast sah er die weise Eule sitzen. Er hatte sie schon oft am Tage
gesehen, aber sie hatte immer geschlafen. Jetzt war die Eule wach und blickte den kleinen Tuesnachher aus ihren weisen Augen an. "Na junger Mann, was machst Du denn so allein hier um diese Zeit im Wald?"

"Ach, Eule. Ich bin so verzweifelt. Keiner hilft mir, alle sind
gegen mich. Ich bin ganz verzweifelt" Und der kleine Tuesnachher erzählte der Eule, wie schlecht es ihm ergangen war. Die Eule hörte zu und als er fertig war, sagte sie: "Mein kleiner Tuesnacher. Die Lösung Deiner Probleme liegt in Deiner Hand. Wenn Du mit Dir ehrlich bist, weißt Du es auch. Wie willst Du sein?" "Ich will reich sein, Eule!" "Und wann weißt Du, dass Du reich bist?" Der kleine Tuesnachher überlegte kurz und antwortete: "Wenn ich ganz viel Geld habe" Die Eule fragte: "Und wieviel Geld ist genug?" "Wenn ich mir alles kaufen kann!" Darauf die Eule: "Stelle Dir einmal vor, Du kannst Dir alles kaufen, was Du Dir für Geld kaufen kannst! Mal Dir das in allen Einzelheiten aus" Und der kleine Tuesnachher überlegte lange hin und her. Er stellte sich genau vor, wie es sich alles kaufen könnte was er wollte. Und nach langer Überlegung merkte, dass ihm etwas fehlte. Er sagte: "Eule, je länger ich darüber nachdenke, desto stärker fühle ich, dass irgendetwas fehlt" Und die Eule antwortete ihm:
"Irgendwann wirst Du es wissen. Aber wenn Du dorthin kommen willst, so denke einmal darüber nach, was Du heute tun kannst, damit Du Dein großes Ziel erreichen kannst. Denke einmal über den heutigen Tag nach." Und der kleine Hase Tuesnachher dachte darüber nach, wie seine Mutter ihn vergeblich gebeten hatte, seine Arbeit jetzt zu tun, wie er lieber mit seinen Trinkfreunden zusammengesessen hatte und große Träume und Pläne mit Ihnen gemacht hatte. Und er erkannte, dass er viel verkehrt gemacht hatte. Er fragte sich, warum er seine Arbeit nicht sofort getan hatte? Er fragte sich, wie es gewesen wäre, wenn er seine Träume und Pläne für sich
behalten hätte? Er fragte sich, ob seine Freunde wirklich seine Freunde waren? Und je mehr er darüber nachdachte, desto klarer wurde ihm, dass er sich seinen Erfolg selbst zerstört hatte. Er erkannte, dass andere seine Pläne und Träume nur dann stören konnten, wenn er selbst ihnen davon erzählte. Er erkannte, dass er sich viel unnötige Arbeit ersparen konnte, wenn er seine Arbeit sofort tat. Und er erkannte, dass vieler seiner angeblichen Freunde
die waren, die ihn immer wieder am Erfolg gehindert hatten. Und er erkannte noch viele andere Dinge. Lange dachte er nach, der Morgen dämmerte schon. Und er beschloss, sich zu ändern. Er wusste, dass er andere und die Welt nicht ändern konnte, denn die Welt ist wie sie ist, wenn er sich nicht selbst änderte. Und er beschloss, nach wahrem Reichtum zu streben. Und als die strahlende
Morgensonne aufging, hatte der kleine Hase Tuesnachher begonnen sich zu ändern. Er wusste, wie er sein wollte, was er wollte und
so wurde er im Laufe der Zeit zum Hasen Tuessofort.

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Die Alternative

tl_files/haupttemplate/content/kerze.jpgEin Mann kommt zum Rabbi: "Rabbi - was ist das eigentlich - eine Alternative?" Der Rabbi zögert etwas, studiert aufmerksam das Gesicht des Fragenden und beginnt zu antworten: "Eine Alternative? Das ist nicht so einfach. Ich mache Dir mal ein Beispiel. Angenommen, nur einmal angenommen - Du hast ein Huhn. So ein Huhn kannst Du schlachten, und dann hast Du eine schöne Hühnersuppe oder einen Hühnerbraten. Du kannst allerdings auch warten, bis Dein Huhn ein Ei legt. Dann hast Du ein Huhn und ein Ei."
"Aha", sagt der Frager, und ein erkennendes Leuchten zeigt sich auf seinem Gesicht, "das ist also eine Alternative."
"Ja, warte mal ab", sagt der Rabbi, "die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir einfach mal an, Du entscheidest Dich fürs Eierlegen. Dann hast Du irgendwann ein Huhn und ein Ei. Das Huhn ist ja ein Tier, das kannst Du vor seiner Geburt und nach seinem Tod essen. Also so ein frisches Ei, das gibt ein schönes Frühstücksei, oder Du kannst das Huhn natürlich auch brüten lassen. Dann hast Du irgendwann zwei Hühner."
Die Augen des Fragenden beginnen wieder zu leuchten: "Aha, das ist also eine Alterna... "
"Moment, Moment", stoppt ihn der Rabbi. "Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir mal an, Du entscheidest Dich fürs Brüten, und Du hast dann zwei Hühner und irgendwann acht Hühner und später dann über 100 Hühner. Wenn jemand 100 Hühner hat, dann kann er sich überlegen, ob es nicht Zeit ist für eine Hühnerfarm. Bei einer Hühnerfarm gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ich kann natürlich so eine Farm neben meinem Wohnhaus bauen. Das hat gewisse Vorteile. Man ist immer dabei, man überblickt alles, und man hat immer die ganz frischen Eier. Allerdings - die Geruchsbelästigung - die sollte man doch in Betracht ziehen. Oder - man geht ins nahegelegene Flusstal. Die Hühner haben ideale Bedingungen, frisches Wasser und saftiges Gras. Allerdings - man ist natürlich nicht dabei. Vielleicht kommt nachts einmal der Fuchs oder ein Marder, und eines morgens sind alle Tiere tot."
"Aha, das also ist... "
"Moment, Moment", unterbricht der Rabbi, "nicht so schnell, die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nehmen wir mal an - nehmen wir einfach mal an, Du entscheidest Dich für das Flusstal. Die Hühner haben ideale Bedingungen und die Farm wächst und gedeiht: 100 Hühner, 200 Hühner, 500 Hühner und schließlich über 1000 Hühner. Die größte und beste Hühnerfarm weit und breit. Und - es beginnt zu regnen. Es regnet und regnet und regnet. Das ist sehr ungewöhnlich für diese Region. Aber es regnet in einem fort. Das Wasser des Flusses steigt und steigt und steigt. Und schließlich überflutet das Wasser die Dämme, Deine Hühnerfarm und alle Hühner sind tot."
An dieser Stelle stoppt der Rabbi unvermittelt und schweigt.
Der Fragende wartet und scheint etwas ratlos. "Na und?", fragt er zögerlich, "und wo ist jetzt hier die Alternative.. ?"

Der Rabbi antwortet: "Die Alternative? Enten, mein Lieber, Enten!"

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Lisas Geschichte

tl_files/haupttemplate/content/Maske-fuer-Satire.jpgVor nicht allzu langer Zeit lebten in einer schwer zugänglichen und sumpfigen Gegend nur wenige Menschen in der Nähe eines unberechenbaren Flusses, der wegen seiner starken Strömung, seinen vielen Strudeln und Untiefen von den Menschen gefürchtet wurde und nur von wenigen Fischern mit der gebotenen Vorsicht und unter Gottes schützender Hand befahren werden konnte.

Am Ufer des Flusses steht eine schon etwas windschiefe Kate. Sie wird in dieser Zeit von einer Frau namens Lisa bewohnt, die unsterblich in Adam verliebt ist. Aber der Fluss trennt sie, und es scheint, als würden sie niemals zueinander finden. Doch eines Tages, als ihr mit den ersten Herbststürmen und den Schreien der Zugvögel die Sehnsucht das Herz zu zerreißen droht, geht Lisa zu dem Fischer Valentin und bittet ihn, sie mit dem Boot an das andere Ufer zu bringen.

Valentin, der mit den Gefahren des Flusses bestens vertraut ist, versucht Lisa von ihrem Plan abzubringen. Als ihm das nicht gelingt, empfiehlt er ihr, sich an seinen Kollegen Gustav zu wenden, der auch ein Boot besitze und ihr vielleicht helfen werde, ihren Plan zu verwirklichen.

Aber auch Gustav weist sie zunächst ab, und erst nachdem Lisa ihm alles gibt, was sie besitzt, erklärt er sich einverstanden, betont aber, damit sei nur das Hinbringen abgegolten und er rudere zurück, nachdem er sie dort abgesetzt habe. Und so geschieht es, dass Lisa nach stürmischer Fahrt den Adam endlich in ihre Arme schließen und mit ihm eine stürmische Nacht verbringen kann.

Am Morgen des folgenden Tages sagt Adam zu Lisa, er sei nun nicht mehr so angetan von ihr. Darum sei es am besten, sie fahre gleich zurück. Und obwohl Lisa ihm erklärt, sie liebe ihn doch und besitze nichts mehr außer dem, was sie auf dem Leib trage, bleibt er hart und rät ihr, sich an den Fischer Martin zu wenden, der ein gutes Herz habe und sie schon zurückbringen werde.

Als Martin Lisas ganze Geschichte hört, ist er entsetzt über das Verhalten des Valentin, der sie hätte zurückhalten müssen, über Gustavs Verhalten, der ihr nicht ihre ganze Habe hätte abnehmen dürfen, und über Adam, der sie nach allem, was sie getan habe, doch nicht einfach zurückschicken könne. Und er ist so fassungslos, dass er sich in den reißenden Fluss stürzt und ertrinkt.

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Gespräch zwischen Zündholz und Kerze

tl_files/haupttemplate/content/Schwarzes-Loch.jpgEs kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: "Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden." 
"Oh nein", erschrak die Kerze, "nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern." 
Das Zündholz fragte: "Aber willst du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?" 
"Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften", flüstert die Kerze unsicher und voller Angst. 
"Es ist wahr", entgegnete das Zündholz. "Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung: Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig.
Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen.
Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben." 
Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: "Ich bitte dich, zünde mich an!"

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Du bekommst was du denkst

tl_files/haupttemplate/content/Blitzen-vom-Gehirn.jpgEin Mann lebte mit seinem Stand am Straßenrand und verkaufte Würstchen. 
Er war schwerhörig, deshalb hatte er kein Radio. Er sah schlecht deshalb las er keine Zeitung. Aber er verkaufte köstliche, heiße Würstchen. 
Es sprach sich herum und die Nachfrage stieg von Tag zu Tag. Er investierte in einen größeren Stand, einen größeren Herd und musste immer mehr Wurst und Brötchen einkaufen. Er holte seinen Sohn nach dessen Studium an der Uni zu sich, damit er ihn unterstützte. 
Da geschah etwas... 
Sein Sohn sagte: "Vater, hast du denn nicht im Radio gehört, eine schwere Rezession kommt auf uns zu. Der Umsatz wird zurückgehen - du solltest nichts mehr investieren!" 
Der Vater dachte: "Nun, mein Sohn hat studiert, er schaut täglich Fernsehen, hört Radio und liest regelmäßig den Wirtschaftsteil der Zeitung. Der muss es schließlich wissen." 
Also verringerte er seine Wurst- und Brötcheneinkäufe und sparte an der Qualität der eingekauften Waren. 
Auch verringerte er seine Kosten, indem er keine Werbung mehr machte. Und das Schlimmste: Die Ungewissheit vor der Zukunft ließ ihn missmutig werden im Umgang mit seinen Kunden. 
Was daraufhin passierte? Es ging blitzschnell: Sein Absatz an heißen Würstchen ging drastisch zurück. 
"Du hast recht mein Sohn, sagte der Vater, es steht uns tatsächlich eine schwere Rezession bevor."

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Zuhören können

tl_files/haupttemplate/content/momo.jpgWas die kleine konnte wie kein anderer, das war: Zuhören.
Das ist doch nichts Besonderes, wird mancher sagen, zuhören kann doch jeder. Aber das ist ein Irrtum.
Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen.
Und so wie Momo sichs aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig.
Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen.
Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte; nein sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme.
Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten.
Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wußten, was sie wollten.
Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten.
Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden.
Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur einer unter Millionen, einer auf den es überhaupt nicht ankommt und der ebenso schnell ersetzt werden kann wie ein kaputter Topf -
und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo,
dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war,
unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab
und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war.

So konnte Momo zuhören!

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Warum weinen Frauen so leicht...

tl_files/haupttemplate/content/Wasserdavid.jpgEin kleiner Junge fragte seine Mutter: "Warum weinst du?" "Weil ich eine Frau bin," erzählte sie ihm. "Das versteh ich nicht," sagte er. Seine Mama umarmte ihn nur und sagte:" Und das wirst du auch niemals." Später fragte der kleine Junge seinen Vater:" Warum weint Mutter scheinbar ohne einen Grund?" Alle Frauen weinen ohne Grund," war alles, was sein Vater sagen konnte. Der kleine Junge wuchs heran, wurde ein Mann und fragte sich immer noch, warum Frauen weinen. Endlich rief er das Höchste Wesen an, und als das Höchste Wesen ans Telefon kam, fragte er: "Höchstes Wesen, warum weinen Frauen so leicht?"

Das Höchste Wesen sagte: " Als ich die Frau machte, musste sie etwas Besonderes sein. Ich machte ihre Schultern stark genug, um die Last der Welt zu tragen, doch sanft genug, um Trost zu spenden. Ich gab ihr innere Kraft, um sowohl Geburten zu ertragen, wie dieZurückweisungen, die sie von ihren Kindern erfährt. Ich gab ihr Härte, die ihr erlaubt weiterzumachen, wenn alle anderenaufgeben und ihre Familie in Zeiten von Krankheit und Erschöpfung zu versorgen, ohne sich zu beklagen. Ich gab ihr Gefühlstiefe, mit der sie ihre Kinder immer und unter allenUmständen liebt, sogar wenn ihr Kind sie sehr schlimm verletzt hat. Ich gab ihr Kraft, ihren Mann mit seinen Fehlern zu ertragen und machte sie aus seiner Rippe, damit sie sein Herz beschützt. Ich gab ihr Weisheit, damit sie weiß, dass ein guter Ehemann niemals seine Frau verletzt, aber manchmal ihre Stärke und ihre Entschlossenheit testet,unerschütterlich zu ihm zu stehen.

Und zum Schluss gab ich ihr eine Träne zum Vergießen. Die ist ausschließlich für sie, damit sie davon Gebrauch macht, wann immer es nötig ist.

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Es war einmal...

tl_files/haupttemplate/content/mor-gaense-gr.jpgVor langer, langer Zeit existierte eine Insel, auf der alle Gefühle der Menschen lebten: die gute Laune, die Traurigkeit, das Wissen ? und so wie alle anderen Gefühle, auch die Liebe. Eines Tages wurde den Gefühlen mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also bereiteten alle ihre Schiffe vor und verließen die Insel. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten. Bevor die Insel sank, bat die Liebe um Hilfe.

Der Reichtum fuhr auf einem luxuriösen Schiff an der Liebe vorbei. Sie fragte: "Reichtum, kannst du mich mitnehmen?" "Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich viel Gold und Silber. Da ist kein Platz für dich."

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam: " Stolz, ich bitte dich, kannst du mich mitnehmen ?", "Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen..." antwortete der Stolz, "hier ist alles perfekt. Du könntest mein Schiff beschädigen".

Also fragte die Liebe die Traurigkeit, die an ihr vorbeiging: "Traurigkeit, bitte, nimm mich mit", "Oh Liebe" sagte die Traurigkeit, "ich bin so traurig, dass ich alleine bleiben muss. ".

Auch die Gute Laune ging an der Liebe vorbei, aber sie war so zufrieden, dass sie nicht hörte, dass die Liebe sie rief.

Plötzlich sagte eine Stimme : "Komm Liebe, ich nehme dich mit" Es war ein Alter, der sprach. Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie vergaß den Alten nach seinem Namen zu fragen. Als sie an Land kamen, ging der Alte fort. Die Liebe bemerkte, dass sie ihm viel schuldete und fragte das Wissen: "Wissen, kannst Du mir sagen, wer mir geholfen hat?"

"Es war die Zeit" antwortete das Wissen. "Die Zeit ?", fragte die Liebe, "Warum hat die Zeit mir geholfen ?" Und das Wissen antwortete: "Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist."

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Die Geschichte vom Dorftrottel

tl_files/haupttemplate/content/Einstein.jpgVor langer Zeit - im letzten Jahrhundert oder so - lebte in einem kleinen russischen Dorf ein Mann, der als Kind manches etwas langsamer gelernt hatte als andere Kinder. Deshalb kam man im Dorf zu der Meinung, er sei etwas dumm - und das sagte man ihm auch bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit. Der Mann bemühte sich sehr, alles genau so zu machen und zu sagen wie seine Mitdörfler - aber je mehr er sich bemühte, desto mehr nahmen
die Mitdörfler seine Bemühen als Beweis, das er etwas dumm, kurz ein Trottel, sei und lachten ihn aus und hänselten ihn. Der Mann konnte das nicht verstehen: Er machte doch alles genau so wie die anderen und trotzdem wurde er immer nur als Trottel behandelt.

Eines Tages kam ein Heiliger auf Wanderschaft in das Dorf. Er unterhielt sich mit den Dorfbewohnern über Sorgen und Nöte, Gott und die Welt. Die Dorfbewohner waren sich einig, das dies ein wirklich weiser Mann war. Da fasste sich unser Dorftrottel ein Herz und er sprach den Fremden im Vertrauen an. Er schilderte ihm sein Problem und wie er von seinen Mitdörflern angesehen wird. 

Der Heilige hörte sich die Geschichte an, sah dem "Dorftrottel" intensiv an und sagte: "Das ist leicht zu ändern. Du musst nur folgendes tun: Jedes mal, wenn ein Dorfbewohner etwas mit dir spricht und dabei eine Aussage macht oder eine Erfahrung berichtet, dann musst du antworten: 'Das glaube ich nicht, beweise es mir!' oder ' wie kannst du dessen sicher sein'."

Und der Heilige fuhr nach kurzer Pause fort: "Der Witz an der Sache ist: Diese Fragen sind nicht zu beantworten. Es gibt nichts zu beweisen. Wenn jemand zu dir sagt 'Heute ist aber ein schöner Frühlingsmorgen" und du sagst 'Beweise mir, das der Morgen schön ist! Woher willst du wissen, dass das war ist?' dann wird dieser Mensch verstummen und sich beschämt fühlen, denn er
kann es nicht beweisen. Und wenn jemand sagt 'Die Rosen duften wunderbar' dann sagst du einfach wieder 'Beweise mir, das die Rosen wirklich wunderbar duften'. Die Leute werden sich dir automatisch unterlegen fühlen."

Der Heilige überzeugte sich noch, das unser "Dorftrottel" die Sache richtig verstanden hatte, dann sagte er: "Ich reise morgen weiter. Nächstes Jahr will ich wieder hier im Dorf sein, dann berichte mir, wie sich die Sache angelassen hat".

Ein Jahr später war der Heilig wieder im Dorf. Der ehemalige Dorftrottel war jetzt der Einberufende des Dorfrates und wurde wegen seines großen Wissens und seiner Weisheit von vielen Dorfbewohnern um Rat gefragt - kurz: er genoss ein großes Ansehen. Zu dem Heiligen aber sprach er: "Es ist komisch: Letztes
Jahr war ich noch der Dorftrottel, jetzt gelte ich als weise. Ich habe alles befolgt, was du mir geraten hast. Und dabei bin ich doch noch derselbe Mensch. Das alles nur, weil ich die Menschen immer wieder auffordere, mir zu beweisen, dass die Dinge wirklich so sind, wie sie sie erleben. Ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach ist."

Da sah ihn der Heilige lange an und sprach endlich: "Was glaubst du, wie ich ein Heiliger geworden bin?"

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Der Tempel der Spiegel

tl_files/haupttemplate/content/kind-spiegel.jpgVor langer Zeit gab es in China den Tempel der Spiegel. Mein Großvater erzählte mir davon, er hatte es von einem Bekannten gehört, der lange in China war, und dort von einem weisen Mönch diese Geschichte erfahren hatte. Der Tempel also, er lag auf der Spitze eines Berges und äußerlich recht unscheinbar. Eines Tages kam ein Hund in diesen Tempel, in dem abertausende von Spiegeln so aufgestellt waren, dass das eigene Spiegelbild sich tausendfach im Tempel wiederspiegelte.

Der Hund erschrak, bekam Angst und knurrte und fletschte böse die Zähne. Und tausend Hunde schauten ihm entgegen und knurrten, und fletschen böse die Zähne. Der Hund ergriff die Flucht. Von nun an dachte er, dass es auf der ganzen Welt nur lauter böse Hunde gäbe, die mit ihm kämpfen und ihn beißen wollten.

Ein paar Tage später kam ein anderer Hund in diesen Tempel. Als er die tausend anderen Hunde sah, da freute er sich, wedelte mit dem Schweif und sprang herum, und tausend andere Hunde freuten sich, wedelten mit dem Schweif und spielten mit ihm.

Dieser Hund kehrte mit der festen Überzeugung zurück, dass es auf der ganzen Welt nur lauter freundliche Hunde gäbe, die mit ihm spielen wollen.

Der weise Mönch fragte: „Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Hunden?“

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Installiere Liebe in dein Herz

tl_files/haupttemplate/content/herz-computer.jpgKundenservicecenter (K.S.C.): Wie kann ich ihnen helfen ?   
Kunde: Ich habe gerade das Programm LIEBE gekauft. Bin technisch nicht sehr begabt, aber ich glaube ich bekomme das mit ihrer Hilfe hin. Was muss ich als erstes machen ?! 
K.S.C.: Das erste was sie tun müssen, ist ihr HERZ zu öffnen. Haben sie es gefunden ?! 
Kunde: Ok, aber da sind andere Programme, die gerade ausgeführt werden. Kann ich die Installation fortführen, wenn diese Programme noch laufen ?! 
K.S.C.: Was für Programme sind das ?! 
Kunde: Mal sehen ... Also das sind GEBROCHENEHERZEN.EXE,
GERINGSCHAETZUNG.EXE, EIFERSUCHT.PPT ... Ah! und VERBITTERUNG.COM startet gerade. 
K.S.C.: Kein Problem! ... LIEBE.EXE wird automatisch GEBROCHENEHERZEN.EXE aus ihrem Betriebssystem löschen. Es wird zwar in ihrem Hauptspeicher verbleiben, wird jedoch nicht mit anderen Programme in Konflikt geraten. LIEBE.EXE wird temporär GERINGSCHAETZUNG.EXE mit dem Modul HOCHSCHAETZUNG.EXE überschreiben. Jedoch ist es von Wichtigkeit, daß sie die Programme ZORN.EXE und VERBITTERUNG.COM komplett schließen, da diese Programme die Installation von LIEBE.EXE verfälschen kann. Können sie diese nun schließen ?! 
Kunde: Ich weiß nicht so genau wie, können sie mir sagen wie ?! 
K.S.C.: Klar mit Vergnügen. Gehen sie auf das Startmenü und starten sie die Anwendung. VERGESSEN.EXE. Wiederholen sie, diese Schritte solange bis ZORN.EXE und VERBITTERUNG.COM komplett gelöscht wurden. 
Kunde: Ahh gut! ... scheint zu funktionieren ... LIEBE.EXE beginnt
automatisch sich zu installieren, ist das normal ?! 
K.S.C.: Ja das ist es. Jetzt müssten sie eine Dialogbox bekommen, die anzeigt, dass es sich für immer in das Verzeichnis IHR HERZ installiert. Sehen sie's ?! 
Kunde: Ja ich seh's! Schon fertig ?! 
K.S.C.: Ja klar, aber denken sie dran, dass sie nur das Basisprogramm installiert haben, jetzt benötigen sie noch die Datei HERZ.COM an einem anderen Computer, um ständige Aktualisierungen zu bekommen. 
Kunde: UUUUPS! Ich habe eine Fehlermeldung, was soll ich tun ?! 
K.S.C.: Was für eine Fehlermeldung ? 
Kunde: hm .. ERROR 412 - PROGRAMM KANN NICHT IN INTERNE KOMPONENTEN AUSGEFÜHRT WERDEN ... was heißt das ?! 
K.S.C.: Sorgen sie sich nicht, das ist ein allgemeiner Fehler, es bedeutet, dass die Anwendung LIEBE sich in externe HERZEN ausführt, aber jedoch noch nicht in ihrem eigenen. Das heißt sie müssen, eine Datei suchen namens FREUNDSCHAFT.BAT und diese in MOEGLICHELIEBE.BAT umbenennen. Das ist eines der Probleme, die wir immer noch nicht haben lösen können weil jeder Computer anders läuft, das heißt aber nicht, dass das Programm LIEBE.EXE technisch nicht einwandfrei läuft. Programmtechnisch heißt das, dass die das Programm LIEBE erst ausführen müssen, bevor es LIEBEN kann mit anderen Computern. 
Kunde: Was soll ich tun ?! 
K.S.C.: Können Sie das Verzeichnis AKZEPTANZ finden ?! 
Kunde: Ja hab's gefunden! 
K.S.C.: Prima, sie gehen einen guten Weg ... 
Kunde: Danke 
K.S.C.: Bitte sehr, klicken sie auf folgende Dateien und kopieren
 
sie diese in das Verzeichnis MEIN HERZ: SELBSTVERGESSEN.DOC, SELBSTBEWUSSTSEIN.TXT, BESSERUNG.TXT und GUETE.DOC und das System wird jede Datei überschreiben, die Konflikte und Abstürze verursachen. Sie müssen auch die Dateien SELBSTKRITIK.XLS und SCHULD.COM aus allen ihren Verzeichnissen löschen und den Papierkorb leeren, um sicher zu gehen, dass sie nie mehr auftauchen. 
Kunde: Gefunden! ... MEIN HERZ füllt sich mit den angegebenen Dateien, das Video LAECHELN.MPG ist grad sichtbar auf meinem Monitor und VERLIEBTHEIT.COM, FRIEDE.COM und ILLUSION.COM schreiben sich gerade in MEIN HERZ rein. 
K.S.C.: Also ist die Anwendung LIEBE installiert und müsste sich normal ausführen lassen. Noch etwas zum Abschluß ... 
Kunde: Ja ?! 
K.S.C.: LIEBE ist "Freeware". Vergessen sie nicht es weiterzubreiten und mit all seinen Modulen allen Leuten zu senden, die sie kennen. Das garantiert, dass die Dateien in Ihrem Computer immer gut organisiert sind und dass sie immer die gewünschten Dateien vom mit ihnen verbundenen Computer immer zurückerhalten. 
Kunde: Klar werde ich das tun, Danke für ihre Hilfe. 
K.S.C.: Es war mir ein Vergnügen Ihnen zu helfen.

Installiere LIEBE in DEIN HERZ!

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Die Frösche im Milchtopf

tl_files/haupttemplate/content/frosch.gifAuf dem Bauernhof stand ein Eimer. Zwei Frösche kamen vorbei und waren neugierig, was da wohl im Eimer sei. Also sprangen sie mit einem großen Satz in den Eimer.
Es stellte sich heraus, dass das keine so gute Idee gewesen war, denn der Eimer war halb gefüllt mit Milch. Da schwammen die Frösche nun in der Milch, konnten aber nicht mehr aus dem Eimer springen, da die Wände zu hoch und zu glatt waren.
Der Tod war Ihnen sicher.
Der eine der beiden Frösche war verzweifelt. "Wir müssen sterben", jammerte er "hier kommen wir nie wieder heraus." Und er hörte mit dem Schwimmen auf, da alles ja doch keinen Sinn mehr hatte.
Der Frosch ertrank in der Milch.
Der andere Frosch aber sagte sich: "Ich gebe zu, die Sache sieht nicht gut aus. Aber aufgeben tue ich deshalb noch lange nicht. Ich bin ein guter Schwimmer! Ich schwimme, so lange ich kann."
Und so stieß der Frosch kräftig mit seinen Hinterbeinen und schwamm im Eimer herum. Immer weiter. Er schwamm und schwamm und schwamm. Und wenn er müde wurde, munterte er sich selbst immer wieder auf. Tapfer schwamm er immer weiter.
Und irgendwann spürte er an seinen Füßen eine feste Masse. Ja tatsächlich - da war keine Milch mehr unter ihm, sondern eine feste Masse. Durch das Treten hatte der die Milch zu Butter geschlagen! Nun konnte er aus dem Eimer in die Freiheit springen.

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Vom Frieden und vom Sturm

tl_files/haupttemplate/content/Kettenvogel.jpgFrancesca:
Sag mal .. Marcello .. was ist eigentlich Frieden? Ist Nonno friedlich, wenn er auf seinem Stuhl in der Sonne sitzt?

Marcello:
Nonno? Friedlich? Ich würde sagen er ist gemütlich, oder müde, oder nachdenklich .. oder einfach nur neugierig, weil er der Sonne zusehen möchte, wie sie im Meer versinkt.

Francesca:
Dann ist Frieden sich, wenn die Menschen keinen Krieg führen, oder?

Marcello:
Frieden bedeutet nicht die Abwesenheit von Krieg .. Frieden kann auch mitten im Krieg bestand haben, geschehen, wirken ..

Francesca:
Aber Marcello, das verstehe ich nicht .. wie kann es mitten im krieg Frieden geben?

Marcello:
Tja, indem die Menschen an den Frieden glauben und versuchen mit Ihren Gedanken einen Frieden herbeizuführen .. indem sie den Soldaten schöne Briefe schreiben .. und Pakete schicken und Fotos . indem sie beten .. Gebete sind ein Zeichen des Friedens ..

Francesca:
Ah .. das hat dir sicher Monsignore Passorelli erzählt, stimmt´s?

Marcello:
Nein, ich habe selber erlebt, dass Frieden mitten im Sturm entstehen kann .. überleg doch mal .. wann ist unsere Mamma am friedlichsten? Wenn sie nichts tut? Wenn sie neben Nonno sitzt und mit ihm in die Sonne schaut? Nein, dann wird sie immer zappelig. Aber beobachte sie einmal beim Kochen, beim Paste machen, da lacht sie, da singt sie, das macht ihr Freude .. da blüht sie auf .. und .. sie strahlt Frieden aus .. Frieden ist ein Moment des Glücks .. der Erfülltheit .. ein Zeichen der Freude ..

Francesca:
Ah, ja .. ich verstehe .. aber sag .. Marcello .. als Zia Peppina gestorben ist, da haben alle gesagt sie liege so friedlich da .. ist Frieden gleichbedeutend mit dem Tod?

Marcello:
Das sehe ich nicht so, weisst du, kleine neugierige Schwester .. Frieden hat viel mit Ruhe zu tun .. Frieden kann aber auch aufregend sein, spannend, wild .. furchtlos und frei ..
Wer nach langem Kampf sich ergibt .. der schliesst möglicherweise keinen echten Frieden, der hat nur resigniert und aufgegeben .. so ist das .. oder manche sehen es so: Friede ist, wenn es nichts mehr gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt .. das nenne ich nicht Frieden sondern Mutlosigkeit, Resignation.

Francesca:
Langsam beginne ich zu verstehen .. Frieden .. den echten Frieden können wir nur finden, wenn wir uns selbst treu bleiben .. wenn wir  gut lauschen, auf den Orkan in unserem Inneren, wenn wir uns gar nicht immer sosehr darum bemühen, die Wogen auf diesem inneren Meer zu glätten, sondern einsehen und erkennen, dass ein Sturm auch zum Ozean gehört .. genauso wie die Stille .. dann können wir auch während eines Unwetters friedlich sein .. ist das so?

Marcello:
Ja, das hast du schön gesagt, ja .. ich kann das nur bestätigen .. und jetzt komm, Francesca .. sehen wir mal nach, ob die Sonne schon im Meer versinkt ..

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